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    micro resist technology GmbH

     Erzeugung dreidimensionaler Mikrostrukturen - Mikrostruk

    Projektnummer
    16SV871/2
    gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

    Projektlaufzeit
    1. April 1998 – 30. Juni 2001


    Projektziele
    Aufbauend auf seit ca. 1995 begonnenen Verfahrensentwicklungen für die UV-lithographische Strukturierung dicker Photoresiste und die galvanische Abformung der erzeugten Strukturen (auch als Rapid Prototyping, 3D-Microforming, UV-LIGA bezeichnete Technologien) sollten im Verbundprojekt die Verwendbarkeit dieser Verfahren zur effizienten Fertigung von anwendungsorientierten Mikrokomponenten erprobt werden. Die Arbeiten des Konsortiums konzentrierten sich dabei auf die Herstellung von Mikrospulen, die ihre Anwendung als magnetische Aktuatoren in Druckköpfen von Hochleistungs-Tintenstrahldruckern finden sollten.
    Die Beiträge der micro resist technology GmbH erstreckten sich im Rahmen ihres Teilvorhabens auf die Verfahrensentwicklung für die UV-Lithographie hochaufbauender Photoresiste (Schichtdicken von ~10 µm bis in den Bereich von mehr als 1 mm) bis hin zur Demonstration ihrer Fertigungstauglichkeit für die Produktion von Mikroteilen.

    Projektnutzen
    Mit dem Projekt „Mikrostruk“ wurden die auch heute noch gültigen Grundlagen für die lithographische Arbeit mit hochviskosen Positiv-Photoresisten auf DNQ/ Novolak-Basis (aktuell: ma-P 1275, ma-P 1275 HV), für Epoxidharz-basierte Resiste (EpoCore/EpoClad, MCC-Resiste SU-8, ) sowie für die aktuellen Angebote der Fertigungsdienstleistungen mit hochaufbauenden Resisten geschaffen.
    Herausragende Ergebnisse der micro resist technology GmbH im Projekt „Mikrostruk“ waren die Verfahrensentwicklungen der UV-Kontaktlithographie für Positivresiste auf DNQ/ Novolak-Basis zur Strukturierung von Schichtdicken bis ca. 50 µm mit Aspektverhältnissen (gemeint ist das Verhältnis der Strukturhöhe zur –breite) bis zu sechs sowie für SU 8-Epoxidresist bei 40 µm und 200 µm Schichtdicke mit Aspektverhältnissen bis zu zehn. Die technologische Anwendungstauglichkeit der entwickelten Lithographieverfahren wurde mit der Fertigung von magnetischen Aktuator-Kupferspulen, die im Rahmen der Kooperation des Projektkonsortiums erfolgte, nachgewiesen (siehe Abbildungen 1 und 2), wobei ca. 20 µm dicke Resistschichten mit einem Aspektverhältnis bis ca. fünf erfolgreich strukturiert wurden. Für den Leistungsnachweis der Lithographie mit 200 µm dickem SU 8 wurde in Eigenregie ein kapazitiver Beschleunigungssensor als Technologiedemonstrator entwickelt und strukturiert (siehe Abbildungen 3 und 4). Darüber hinaus wurden mit den Experimenten zur Anwendung von SU 8 als elektrisch isolierender Schicht unter den Spulenwindungen die Grundlagen für die später erfolgte Weiterentwicklung von Epoxidresisten für den Einsatz als Funktionsmaterialien in Mikrosystemen [z.B. für Wafer-Level-Packaging-(WLP )Lösungen] geschaffen.

    Ausblick
    Hochaufbauende (dicke) Photoresiste sind heute fester und wachsender Bestandteil des Produktportfolios der micro resist technology GmbH. Sie werden auf vielfältigen Gebieten der Mikrotechnologie im Übergangsbereich von der Mikroelektronik zur Feinwerktechnik dort eingesetzt, wo Strukturierungen mit höchster Präzision und Dimensionen zwischen wenigen Mikrometern (Mikroelektronik) bis zu einigen Millimetern (Feinwerktechnik) erforderlich sind: für die elektrochemische Abformung von metallischen Mikrobauteilen in LIGA-Verfahren wie sie unmittelbar im Projekt „Mikrostruk“ entwickelt wurden, für spezielle Lift-off-Anwendungen, für Plasmaätzprozesse, in denen sehr hohe Ätztiefen und Aspektverhältnisse erzielt werden sollen, und im Falle des SU 8 für Anwendungen, in denen den lithographischen Resiststrukturen in der Mikrosystemtechnik selbst eine Funktionalität zukommt (z.B. für mikrofluidische und Lab-on-Chip-Anwendungen, für Packaging-Lösungen, oder bei Anwendung der Resiststrukturen als Stempel für Prägeverfahren).

    Wichtige Veröffentlichungen
    Mischke H., Gruetzner G., Shaw M., Plasma Etching of Polymers like SU-8 and BCB, Proceedings of SPIE, Volume 4979, Micromachining and Microfabrication Process Technology VIII, editors John A. Yasaitis, Mary Ann Perez-Maher, Jean Michel Karam, January 2003, pp. 372-381 Engelke, R., Engelmann G., Gruetzner G., Heinrich M., Kubenz M., Mischke H., Complete 3D UV microfabrication technology on strongly sloping topography substrates using epoxy photoresist SU-8, Proceedings of the 29th International Conference on Micro and Nano Engineering (MNE 2003), editor J. R. A. Cleaver, Microelectronic Engineering, vol. 73-74 (une 2004), pp. 456-462 Engelke, R., Engelmann G., Gruetzner G., Heinrich M., Kubenz M., Mischke H., Complete 3D UV microfabrication technology on strong sloping topography substrates using SU-8, 29th International Conderence on Micro and nano Engineering MNE 2003, 22.-25. September 2003, Cambridge, U.K. (Poster) Engelmann, G., Engelke, R., Heinrich M., Gruetzner G., Wolf J., Reichel H., Fabrication of high aspect ratio microstructures on strong sloping topography substrates, Micro System Technologies 2003, 7.-8. Oktober 2003, München (Vortrag)

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    Abbildung 1: Kupferspule (~13 µm hoch; Leitbahnbreiten und Abstände zwischen den Leitbahnen je 4,5 µm) auf einem Schichtstapel, bestehend aus 10 µm dicker NiFe-Grundplatte (als heller Untergrund sichtbar) und 2 µm dicker Isolationsschicht aus strukturiertem SU 8-Resist (dunkler Untergrund). Die UV-Kontaktlithographie erfolgte mit 20 µm dickem DNQ/ Novolak-basiertem Positivresist.

    Abbildung 2: Kupferspule (~15 µm hoch; Leitbahnbreiten und Abstände zwischen den Leitbahnen je 4,5 µm) auf einem Schichtstapel, bestehend aus 10 µm dicker NiFe-Grundplatte (als Erhebung unter der Spule sichtbar, im Spulenzentrum freigelegt) und 2 µm dicker Isolationsschicht aus strukturiertem BCB-Polymer. Die UV-Kontaktlithographie erfolgte mit ~22 µm dickem SU 8-Epoxidresist.


    Abbildung 3: Entwicklungsstufen des kapazitiven Beschleunigungssensors als Technologiedemonstrator für hohen Schichtaufbau (links oben: Entwurfszeichnung; rechts oben: mit 3D-UV-Lithographie strukturierter 200 µm dicker SU 8-Photoresist; unten: abgeformte Nickelstruktur nach plasmachemischer Resistentfernung)




    Abbildung 4: UV-lithographisch strukturierte ~200 µm hohe SU 8-Resistform (links: Überblick, rechts: Detail). Mit Öffnungen im Resist von 20 µm Breite (siehe Pfeil im rechten Bild) wurde ein Aspektverhältnis von zehn/ 10 erzielt.


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